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Fairtretbar

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Auf dem Bild sind 3 Paar Sneaker vom nachhaltigen Label Veja zu sehen.

In Zeiten von regelmäßigen Yeezy-Drops, Limited Editions und vor Sneaker-Stores campierenden Turnschuh-Freaks zählt nur noch eine Frage: Was trägst du an deinen Füßen? Das nachhaltige Label Veja hat sich diese Thematik längst auf die Fahne geschrieben und produziert seit fast 15 Jahren nach strengen Prinzipien zeitlose Klassiker.

Ich gebe zu, ein gewisses Faible für besondere Fußkleider zu haben. Denn Schuhe haben nun mal die schöne Eigenschaft, als Lookretter für jedes vorerst langweilig scheinende Outfit in die Bresche zu springen. Für viele von uns gehören sie fast zur Familie. Wir hegen und pflegen, putzen und bürsten, beschützen und ehren sie. Schade ist, dass sich die Wenigsten von uns fragen, woher die stylishen Treter eigentlich kommen. Oder schlimmer: ob absurderweise sogar jemand für unsere Leidenschaft leiden muss. Die Schulfreunde und Pioniere Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion haben mit ihrem fairen Sneaker-Label Veja die Antwort auf diese Fragen schon vor Jahren gesucht – und gefunden.

Die Veja-Gründer Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion sind stets auf der Suche nach neuen nachaltigen Materialien für ihre Sneaker. Dieses Bild entstand im Amazonas-Regenwald.

Die Veja-Gründer Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion sind stets auf der Suche nach neuen nachaltigen Materialien für ihre Sneaker. Dieses Bild stammt aus dem Amazonas-Regenwald.

2003 reisten die damals 25-jährigen für eine französische Modemarke nach China, um eine Fabrik auf Sozialstandards zu überprüfen. Oberflächlich wirkte alles sauber und fair, doch hinter den Kulissen entdeckten sie Schreckliches. 32 chinesische Arbeiter schliefen zusammengepfercht in einem 25 Quadratmeter großen Raum. Ein Loch in der Mitte diente gleichzeitig als Dusche und Toilette. Dieser ungewollte Weckruf regte die zwei Idealisten zum Umdenken an. Eine Veränderung musste her. Und warum nicht gleich mit dem König aller Accessoires anfangen? Dem Sneaker. Veja heißt auf Portugiesisch „Schau hin!“ und genau das haben sich die beiden Jungunternehmer sich zu Herzen genommen. Sie flogen nach Brasilien und besuchten Bio-Baumwollbauern, Schuhfabriken und Kautschukzapfer, um nachhaltige Rohstoffe für ihr Projekt zu generieren. Mehrere Wochen beobachteten sie die Arbeitsweise und den Aufwand, lernten Portugiesisch, schlossen Verträge ab und legten Gehälter fest, die sich weit über dem Weltmarktpreis bewegen.

Auf diesem Bild ist ein Veja Sneaker zu sehen.

Veja setzt auf zeitlose Eleganz und versucht nicht, mit den immer neuen Hypes anderer Anbieter mitzuhalten.

Zurück in Frankreich entstand dann der erste Prototyp für ihr ganz persönliches Kultobjekt. Veja setzt auf zeitlose Eleganz und versucht nicht, mit den immer neuen Hypes anderer Anbieter mitzuhalten. Die schmal geschnittenen, meist knöchelhohen Alleskönner kommen in strahlender Couleur und weißer Sohle daher. Für die Wilderen unter uns gibt es Metallic-Modelle, Schlangenlederoptik oder Farbexplosionen. Eines haben sie jedoch alle gemein: Das obligatorische V auf der Seite, das passenderweise auch für vegan stehen könnte. Mit Preisen zwischen 90 und 150 Euro sind die Sneaker bezahlbar und gleichauf mit den Spitzenreitern von Nike, Converse oder New Balance. Damit beweisen sie, dass Geschäfte sich eben auch anders machen lassen: Fair, respektvoll und nachhaltig für Mensch und Umwelt. Denn die in Brasilien aus Bio-Baumwolle, Naturkautschuk und pflanzlich gegerbtem Leder hergestellten Sneaker helfen den Biobauern, von ihren Produkten leben zu können und verhindern durch die nachhaltige Kautschukproduktion eine weitere Abholzung des Regenwaldes.

Veja Sneaker

Für diesen Sommer gibt es von Veja das neue Sneaker-Modell Campo. Es wird in Italien produziert und besteht aus einer Mischung von 50% PU und 50% Abfall aus der Maisindustrie. Das Innenfutter besteht aus Biobaumwolle.

Veja ist eine Marke mit Herz, bei der neben Fairtrade genauso viel Wert auf Transparenz gelegt wird. So sprechen die Gründer nicht nur über Erfolge, sondern auch über beständige Möglichkeiten der Optimierung und Schwächen in der Unternehmensführung, die immer noch ausschließlich in den Händen der beiden Foundern liegt. Auf der offiziellen Internet-Seite geben sie zum Beispiel preis, dass ihre Schnürsenkel nicht aus Bio-Baumwolle hergestellt werden und sie die Metall-Ösen, durch die die Bindebändchen laufen nicht bis zu ihrer Quelle zurückverfolgen. Damit bieten Sébastien Kopp und François-Ghillain Morillion neben verdammt freshen Sneakern auch verdammt viel Authentizität. Da sieht man doch gerne hin!

© Fotos: PR, Text: Janne Schmit


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