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More than a Scarfprint

More than a Scarfprint

Auf dem Foto ist Katzenlady Pheline zu sehen. Sie steht in einem Wald und trägt eine Seidenbluse mit Scarfprint, eine blaue Lederhose und eine weinrote Umhängetasche. Der Look ist aus der Herbst/Winter Kollektion von Hermès.

Der heute von mir beschriebene Trend für diesen Winter begann vielleicht mit einem Tuch, pardon, bleiben wir genauer – mit einem Seiden-Carré aus dem Hause Hermès von anno 1937. Die Vermutung, wie es der „Scarfprint“ zum textilen allover „Everybody`s Darling“ im Herbst 2017 geschafft hat, erfahrt Ihr hier!

Doch zuerst back in history und einige Fakten: Seit der Einführung des Hermès-Carrés 1937 wurden über 1.500 Designs mit über 75 000 Farben kreiert. In der Regel dauert es zwei Jahre von der Kreation des Designs bis zum fertigen Carré. Für ein 90 x 90 cm Carré werden dabei 300 Kokons (ca. 450 Kilometer Faden) benötigt. Hermès verwendet ausschließlich die Kokons der brasilianischen Maulbeerseide (Bombyx Mori Schmetterling). Sie gilt als die hochwertigste Seide mit einem extrem feinen und gleichmäßigen Faden. Der Faden der Kokons wird in Frankreich weiterverarbeitet. Alle Prozesse der Herstellung finden ausschließlich in Lyon statt. Zusammenfassend kann man sagen, ein Seidenmottenpaar legt 300 Kokons. Das ergibt 450 000 Meter Seidenfaden und dieser wiederum wird für ein Carré benötigt. Zufälligerweise entsprechen 450 km der Entfernung von Paris nach Lyon. Es entstehen zwei Kollektionen pro Jahr, jede aus ungefähr 12 Tüchern: 6 Neuentwürfe und 6 Re-Editionen, die durch Farbveränderungen dem Zeitgeschmack angepasst werden. Die Hermès-Seidentücher werden im Siebdruckverfahren gefertigt. In der aktuellen Kollektion verlassen die Drucke ihr vertrautes Terrain. Sie finden sich omnipresent auf Seidenblusen oder gar Kleidern wieder und lassen sich fabelhaft mit anderen Materialien kombinieren. Meine Wahl zum silky Oberteil fällt auf eine blaue Lederhose, denn dem leuchtenden Bleu der zwei Stücke konnte ich mich nicht entziehen. Beides stammt aus der Feder von Nadège Vanhee-Cybulski.

Auf den Fotos ist Katzenlady Pheline zu sehen. sie steht im Wald und trägt eine Seidebluse mit Scarfprint Muster, eine blaue Lederhose, braune Schürbooties und eine weinrote Umhängetasche. Der komplette Look ist von Hermès.

Seidenbluse mit Scarfprint, Lederhose, Umhängetasche und Schnürbooties – alles von Hermès.

Vielleicht dachte sich die Hermès Chef-Designerin, dass es an der Zeit sei, die wundervollen Prints lösgelöst vom Carré zu zeigen. Viele Designer verbündeten sich mit ihr und liessen die altbewährten Scarfprints auf die komplette Klamotte los. Bravissimo! Bei Etro (Mitte) ist gleich ein ganzes Kleid aus Crêpe de Chine mit dem Tuchdruck verziert. Das Modehaus Emilio Pucci hat die Seide schon längst zu seinem Solitär erklärt. Kein Wunder also, dass wir auch in dieser Winterkollektion wundervolle seidige „Scarfprint- Allover-Pieces“ zu Gesicht bekommen (rechts). Bei Thakoon (links) ist das in der aktuellen Saison ebenso. Besonders gut gefällt mir das enganliegnede, ärmellose rote Dress mit dem hellblauen Muster. Hier ist der Ursprung wirklich nicht zu leugnen!

Wem das als seidige, tuchige Inspiration noch nicht reicht, der schaut auf meiner Pinnwand vorbei. Für bereits „Scarfprint-Entschlossene“ gibt es im folgenden Circle allerhand zu shoppen:

© Pheline`s Fotos: Julia Küchler, Backstage-Bilder: Sonny Vandevelde, Freisteller: tracdelight.com


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